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15.07.2021

Unsere virtuelle Reise in die USA

Akademie
Quelle: Pixabay

Wir wollen den Sprung über den großen Teich wagen! Vom 28.06. bis 01.07.2021 nahmen wir am Intensivworkshop Step USA Virtual teil. Es ist ein sehr erfolgreiches und hochgradig informatives Programm, das sich darauf konzentriert, jungen innovativen Unternehmen aus Deutschland den Marktzugang in den USA zu erleichtern. Das Konzept wurde von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer New York (GACC NY) ins Leben gerufen und fand dieses Mal in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt Main, dem Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, dem Start Hub Hessen, dem TechQuartier, der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) sowie der bm-t beteiligungsmanagement thüringen gmbh statt.

Unsere Geschäftsführer Dr. Martin Raasch und Dr. Knut Rennert erhielten einen ausgezeichneten Überblick über den US-Markt und erfuhren aus erster Hand, wo die besonderen Herausforderungen liegen und wo sie Unterstützung erhalten können. „Wir bekamen Einblicke in amerikanische Gepflogenheiten und kulturelle Unterschiede, konnten gemeinsam mit viel Spaß üben, wie man vor einem amerikanischen Investor seine Unternehmensphilosophie/-vision pitcht und seine Produkte schmackhaft macht. Zudem lernten wir, welche rechtlichen Voraussetzungen für eine Gründung auf US-Boden zu erfüllen sind.“ so Martin Raasch. Dabei wurde ein Fakt deutlich: Vertrauen wird eher einer US-Niederlassung geschenkt als einem unbekannten deutschen Start-up.

Begleitet und wunderbar betreut wurden wir von Andrea Diewald und Irene Fuchs von der GACC NY sowie einer sehr guten Mischung an Referenten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten. Wir möchten uns bei den Organisatoren des Step USA Workshops für die gelungene Veranstaltung bedanken, die wir als gewinnbringend für uns verbuchen können.

12.07.2021

Dr. Martin Raasch ist neues Vorstandsmitglied der European Organ-on-a-Chip Society (EUROoCS)!

Dr. Martin Raasch

Herzlichen Glückwunsch an unseren Geschäftsführer Dr. Martin Raasch! Seit dem 03.07.2021 ist unser Dynamic42-Mitgründer neues Vorstandsmitglied des Europäischen Netzwerks für Organ-on-a-Chip (OoC) EUROoCS. Er verpflichtet sich für die nächsten sechs Jahre dem Ziel der EUROoCS, die OoC-Forschung zu fördern und weiterzuentwickeln.

Martins Motivation: Bekanntheit und Akzeptanz schaffen

Der EUROoCS-Vorstand gewinnt mit Dr. Martin Raasch eine feste Größe im OoC-Bereich: Er arbeitet und forscht seit elf Jahren mit Biochips. Dabei sammelte er umfangreiche Erfahrungen in der menschlichen Gefäß-, Leber- und Immunzellbiologie. Zurzeit arbeitet er unter anderem daran, OoC-Biochips und -Modelle der menschlichen Blut-Hirn-Schranke zu etablieren sowie unsere Darm-, Leber- und Lunge-Modelle weiterzuentwickeln.

Durch seine Arbeit bei Dynamic42 bringt er praktischen Input in die Vorstandsarbeit. Er kennt die Chancen und Risiken der Branche und ist sich des bevorstehenden Arbeitsaufwands bewusst: Neben der Optimierung der Robustheit, der Benutzerfreundlichkeit und der Standardisierung von Chip-Modellen gilt es vor allem, die Akzeptanz dieses wichtigen Forschungsfeldes durch eine höhere Bekanntheit und zufriedene Endkunden zu steigern.

EUROoCS Konferenz 2021

Die neuen Vorstandsmitglieder wurden im Vorfeld der jährlichen EUROoCS-Konferenz von den Mitgliedern in einer online-Abstimmung gewählt und Anfang Juli in Uppsala (Schweden) bekanntgegeben. Neben Dr. Martin Raasch wurde Dries Braeken, PhD (imec, Leuven, Belgien), neues Vorstandsmitglied. Dr. Andries van der Meer von der Universität Twente (Niederlande) wurde zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Prof. Dr. Christine Mummery, tätig an der Universität Leiden (Niederlande), gab den Vorstandsvorsitz and Prof. Dr. Peter Loskill von der Universität Tübingen ab. Im weiteren Verlauf der Konferenz diskutierten mehr als 430 Teilnehmende aus 26 Ländern über aktuelle Forschungsfortschritte und Innovationen im Bereich der OoC-Technologie. Das Corona-bedingt virtuelle Konferenzprogramm beinhaltete abwechslungsreiche Fachvorträge über neuartige Technologien, Krankheitsmodelle und Toxizitätsanalysen in verschiedenen humanen OoC-Systemen. In diesem Rahmen fand unser Doktorand Tim Kaden interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer an seinem wissenschaftlichen Posterbeitrag über die aktuellen Forschungsdaten zur Wirkstofftestung verschiedener Medikamente in unserem Leber-on-Chip-Modell.

Eine gemeinsame Podiumsdiskussion mit dem Industrial Advisory Board (EUROoCS IAB) und dem Regulatory Advisory Board (EUROoCS RAB) thematisierte, wie eine gezieltere Integration der OoC-Modelle innerhalb der Industrie ermöglicht wird (IAB) und mit welchen Regularien diese umgesetzt werden (RAB).

Über die EUROoCS: Zukunftsfähige Forschung ohne Tierversuche

Das Gebiet der Organ-on-a-Chip-Forschung wächst aufgrund seiner vielversprechenden Auswirkungen auf die Arzneimittelentwicklung und die personalisierte Behandlung von Krankheiten rasant. Vor diesem Hintergrund wurde mit der EUROoCS das erste europäische Schulungsprogramm zu OoC gegründet. Teilnehmende aus verschiedenen Disziplinen wie Biologie, Ingenieurwesen, Medizin, Physik und Chemie kommen hierbei zusammen. Das gemeinsame Ziel: Tierversuche reduzieren.

Die EUROoCS lädt im englischsprachigen YouTube-Clip Organ-on-Chip and the 3R: A virtual lab tour auf eine virtuelle Labortour ein und gibt Einblicke in die europaweite OoC-Forschung. Kleiner Spoiler: Unsere Chips werden in Minute drei und fünf vorgestellt.

28.06.2021

Im Herbst ist es so weit: Wir eröffnen unsere Dynamic42 Akademie!

Akademie
Quelle: Pixabay

Die Teilnehmenden können in unseren Räumlichkeiten das allgemeine Handling mit den Chipsystemen erlernen. Dabei legen wir neben wissenschaftlichen Vorträgen großen Wert auf praktische Einheiten. Die Akademie ist für 2,5 Tage geplant und richtet sich an Interessierte aus der Wissenschaft sowie Industrie.

Sie möchten mehr über die Dynamic42 Akademie wissen oder teilnehmen?

Dann schreiben Sie gern an info@dynamic42.com mit dem Betreff D42 Akademie.

23.06.2021

Investor Days Thüringen 2021 – wir waren dabei!

Dynamic42 bei den Investordays 2021
Quelle: Mobile Event App

Am 15. und 16. Juni veranstalteten die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) und die bm-t beteiligungsmanagement thüringen gmbh (bm|t) die „Investor Days Thüringen“ (IDT) in Erfurt – aufgrund der Corona-Pandemie im digitalen Format.

Wir waren begeistert, dass Dynamic42 einen der begehrten Vortragsplätze erhielt. Insgesamt 23 Start-Ups und 13 Wachstumsunternehmen präsentierten am 15. Juni ihre Geschäftskonzepte auf der digitalen IDT-Pitch-Stage. Im Vorfeld bewarben sich 67 Projekte aus Deutschland, Österreich, Israel, Italien, Neuseeland, Spanien, Südafrika, Tschechien, Ungarn und Uruguay.

Unsere Geschäftsführer Dr. Martin Raasch und Dr. Knut Rennert stellten in einem fünf-minütigen Pitch in der Kategorie „Wachstumsunternehmen“ die Dynamic42 GmbH vor. Neben den Dynamic42 Organ-on-a-Chip-Modellen und aktuellen Marktzahlen in diesem Gebiet sprachen die beiden über die Ziele des Unternehmens für die kommenden Jahre und skizzierten in der anschließenden Fragerunde die strategische Positionierung der kommenden Jahre.

Am 15. Juni waren wir ebenfalls mit unserem digitalen Messestand in der Innovationsarena vertreten. Hier konnten wir weitere Kontakte mit Investoren und Multiplikatoren knüpfen und sogar die ersten potenziellen Kooperationen anstoßen. Am zweiten Eventtag haben wir uns in einem Round-Table-Format mit Vertretern der lokalen Wirtschaft, Start-up-Szene und Ansprechpartner für Förderinstrumente intensiv austauschen und vernetzen können.

Wir möchten uns bei den Organisatoren der „Investor Days“ für die gelungene Veranstaltung bedanken. Uns hat dieses Event reichlich positives Feedback eingebracht und neue Kontakte zu Investoren ermöglicht.

Über die Investor Days Thüringen 2021

Vom 15. bis zum 16. Juni trafen innovationsgetriebene Start-Ups und Wachstumsunternehmen mit nationalen und internationalen Industrien sowie Investoren zusammen. Im Rahmen dieser Online-Veranstaltung tauschten sich rund 600 Teilnehmende über die neuesten Technologien und Trends aus verschiedenen Branchen aus. Das gesamte Programm wurde live aus der Erfurter Multifunktionsarena übertragen.

17.05.2021

Rückblick: Spannender Austausch auf der 3D Cell Culture Konferenz

3D Cell Culture
Quelle: DECHEMA

Vom 5. bis 7. Mai 2021 fand die Online-Fachkonferenz 3D Cell Culture (3DCC) 2021: Models, Applications & Translation rund um die neuesten Wissenschaftserkenntnisse und aktuellen Modellinnovationen aus den Bereichen synthetische Biologie, Tumorforschung, 3D-Modelle und mikrophysiologische Systeme statt. Wir waren mit am Start!

Das Hauptaugenmerk der Konferenz lag auf der Verbesserung der Medikamentensicherheit, der Modellierung von zahlreichen Krankheitsbildern und der Integration von personalisierter Medizin durch mikrophysiologische Plattformen. Da dies genau unsere Themen sind, beteiligten sich unser Geschäftsführer Martin Raasch und Doktorand Tim Kaden mit zwei Vorträgen und einem ePoster über Leber-on-a-Chip- und Alveolus-on-a-Chip Modellen am wissenschaftlichen Dialog.

Martin Raasch stellte die Etablierung des Dynamic42 Alveolus-on-a-Chip Modells sowie dessen Verwendung für Infektionsstudien in der Session „Innovative Microphysiological Systems“ vor. Vor dem Hintergrund der aktuell andauernden SARS-CoV-2-Pandemie erzeugten die Daten zu Influenza Virus A, Staphylococcus aureus, Aspergillus fumigatus sowie die ersten Untersuchungen zu SARS-CoV-2-Viren reges Interesse vom Publikum.

Tim Kaden präsentierte in der Session „Innovative Microphysiological Systems“ die Ergebnisse seiner Masterarbeit zur Medikamenten-induzierten Leberschädigung durch Paracetamol, Trovafloxacin und Levofloxacin im Lebermodell. Während der Konferenz wurde mehrfach auf die Dringlichkeit hingewiesen, die Medikamentenentwicklung sicherer zu gestalten, um Kosten und Zeit zu sparen und bereits vor präklinischen Studien am Menschen Toxizität aufzudecken. Der Beitrag traf somit den Kern der Konferenz.

Im angeregten Austausch mit zahlreichen Konferenzausstellern aus renommierten Forschungsinstituten, Biotechnologie- und Pharmazieunternehmen sowie der Medikamentenbehörden fanden wir neue Inspirationen für unsere Arbeit an Assayentwicklungen und -modifikationen der Chipsysteme.

Zusammenfassend war die 3DCC eine sehr ansprechende Bühne für die Vorstellung und Diskussion unserer wissenschaftlichen Ergebnisse. Gleichzeitig eröffnete sie uns Einblicke in die faszinierenden Projekte anderer Forschungsgruppen und Unternehmen.

Trotz der derzeitigen Pandemiesituation konnten wir die virtuelle Konferenz als sehr gewinnbringend für uns verbuchen und werden nächstes Jahr mit Sicherheit wieder teilnehmen.

24.04.2021

Internationaler Tag zur Abschaffung von Tierversuchen:

Organ-on-a-Chip-Technologie bietet effiziente und ethisch vertretbare Methoden zur Verträglichkeitsprüfung von Lebensmitteln und Medikamenten

Pipetieren in den Biochip
Pipetieren in den Biochip

Nach wie vor wird in der Pharma- und Lebensmittelindustrie die Verträglichkeit von Inhaltsstoffen an Tieren getestet. Zum heutigen Welttag zur Abschaffung von Tierversuchen stellen wir die von Dynamic42 entwickelte Organ-on-a-Chip-Technologie vor. Diese bietet mit Biotech-Chips und humanen Organmodellen eine ethische vertretbare Alternative zu den bisherigen Verfahren.

Medikamenten- und Lebensmittelhersteller sind vor der Markteinführung eines Produktes dazu verpflichtet, die enthaltenen Stoffe auf Unbedenklichkeit für den Menschen zu prüfen. Damit verbundene Analysen werden in vielen Fällen noch immer an Tieren vorgenommen.

Die häufigsten Testsubjekte sind Kleinnager, wie Ratten oder Mäuse. In Fütterungsversuchen, die in der Regel 90 Tage andauern, nehmen die Nager die zu untersuchenden Stoffe über das Futter oder Wasser auf. Teilweise werden die Testsubstanzen auch direkt in den Magen gepumpt, wobei Schmerzen für die Tiere wahrscheinlich sind. Die Aussagekraft dieser Versuche ist fraglich, da die Reaktionen und Umwelteinflüsse der Tiere oft nicht mit denen von Menschen übereinstimmen. Hohe bürokratische Hürden und eine kostenintensive Infrastruktur zur Tierhaltung machen die Versuche zudem ökonomisch unattraktiv.

Organ-on-a-Chip als tierfreundliche Alternative

Biochip und Lebensmittel

Die Organ-on-a-Chip-Technologie hingegen bietet eine zeit- und kosteneffiziente Alternative, um Substanztestungen an Tieren zu reduzieren oder langfristig gänzlich zu ersetzen.

Beim Organ-on-a-Chip-Verfahren wird Gewebe von menschlichen Organen im Miniaturformat nachgebildet und auf mikrofluidischen Chip-Systemen kultiviert. Die Chip-Systeme werden dann z. B. für die frühzeitige Überprüfung von Medikamenten oder Lebensmitteln genutzt. Das Organ-on-a-Chip-Verfahren gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn es überzeugt mit:

Unsere Vision

Mit der Erforschung und Verbesserung des Organ-on-a-Chip-Verfahrens möchte Dynamic42 dazu beitragen, neue Medikamente oder Lebensmittelinhaltsstoffe sicherer zu machen und ressourcenschonend sowie ethisch vertretbar zur Marktreife zu führen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Forschung an innovativen Testsystemen und der technologischen Weiterentwicklung der von Dynamic42 entwickelten Biotech-Chips. Diese bieten die Grundlage für das Organ-on-a-Chip-Verfahren, da die menschlichen Organmodelle auf den Chips erstellt werden. Das zunehmende Interesse an solchen Lösungen sowie viele eingehende Anfragen Organ-on-a-Chip-Modelle im Kontext verschiedenster anderer Fragestellungen zu verwenden, zeigt, dass eine Reduktion an Tierversuchen bereits jetzt möglich ist und auch erfolgt.

23.04.2021

Unser Biotech-Labor

Zwischen Pipette und Mikroskop

Analyse am Mikroskop

Für Dynamic42 ist das Labor der wichtigste Arbeitsplatz. Hier stellen wir unsere Organmodelle her, führen Tests an Lebensmittel- oder Medikamenteninhaltsstoffen durch und entwickeln innovative Ideen zur Verbesserung des Organ-on-a-Chip-Verfahrens. Anlässlich des Welttags des Labors, möchten wir euch einen exklusiven Einblick in unsere Arbeitsstätte geben.

Unser Labor befindet sich im „Bioinstrumentezentrum“ (BIZ) in der Universitätsstadt Jena. Das BIZ ist ein Existenzgründerzentrum, welches für junge Unternehmen der Biotechnologie beste infrastrukturelle Voraussetzungen bietet und sich durch die enge Vernetzung mit Forschungsinstituten auszeichnet.

Aktuell arbeitet unser siebenköpfiges Laborteam (fünf MitarbeiterInnen und zwei Stipendiaten) in einem zentralen Labor des BIZ. Voraussichtlich im Sommer 2021 möchten wir unsere Räumlichkeiten erweitern. Ziel ist es, weitere Labore für unsere Produktion und Auftragsbearbeitung sowie für die Forschung und Entwicklung bereitzustellen.

Der Blick hinter die Kulissen

Wer unser Labor der gentechnischen Sicherheitsstufe S1 betreten möchte, muss sich an strenge Hygiene-Regeln halten. Neben dem Waschen und Desinfizieren der Hände, müssen ein Laborkittel und Laborschuhe angelegt werden. Unsere Laborschuhe sehen so ähnlich aus wie Gartenschuhe, verhindern jedoch zuverlässig Verletzungen durch Fall- und Stoßschäden sowie die Kontamination mit Chemikalien oder anderen Substanzen.

Im Labor angekommen, stechen vor allem die vielen verschiedenen Laborgeräte ins Auge. Neben diversen Zentrifugen, Inkubatoren und Kühlschränken sowie einer Gefriertruhe ist das Labor von Dynamic42 mit Sicherheitswerkbänken, in die Wände integrierten Laborabzügen und einem Säure-Basen-Schrank ausgestattet.

An den Sicherheitswerkbänken präparieren unsere MitarbeiterInnen die Biotech-Chips. Die Werkbänke bestehen aus einem Arbeitstisch und sind durch ein Gehäuse, dass speziell belüftet wird, von der Umgebung abgeschirmt. Sie gewährleisten eine sterile Umgebung, so dass die Chips sauber vorbereitet und zum Testen von Medikamenten, Lebensmitteln oder Schadstoffen zum Einsatz gebracht werden können.

Aggressive Stoffe, wie Säuren oder Laugen, bewahren wir in unserem Säure-Laugen-Schrank auf. Dieser Sicherheitsschrank ist korrosionsbeständig und so konzipiert, dass die Dämpfe, die bei bereits geöffneten Flaschen entstehen, permanent abgesaugt werden, um das Gesundheitsrisiko zu minimieren.

Markant sind auch die in die Wand eingelassenen Laborabzüge, die aus einer brand- und chemikalienbeständigen Arbeitsfläche bestehen und deren Zugang durch eine bewegliche Frontscheibe erfolgt. In geschlossenem/halbgeschlossenem Zustand bietet der Abzug u. a. Sicherheit vor spritzenden Flüssigkeiten, Aerosolen, gefährlichen Gasen, Dämpfen oder unkontrollierten Reaktionen. Das ist wichtig, um die MitarbeiterInnen insbesondere vor Reizungen oder Verätzungen der Atemwege oder anderen Unfällen zu schützen.

Das Herzstück unseres Labors: der Inkubator

Besonders wichtig ist für unsere Arbeit der Inkubator, umgangssprachlich auch Brutschrank genannt, mit dessen Hilfe wir kontrollierte Bedingungen (z. B. Temperatur) für unsere Zellkulturen schaffen. Nach der Präparation der Biotech-Chips und dem Auftragen von Zellen durch Dynamic42-MitarbeiterInnen, werden diese dort bei 37°C gelagert und ihnen Zeit gegeben, um zu wachsen.

Damit es den Zellen in den Bio-Chips gut geht und sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, gehört der Wechsel von Medium zu unserer täglichen Laborroutine. Hierbei wird das Nährmedium mithilfe einer Pipette aus dem Bio-Chip entfernt und durch neues Medium ersetzt. Bei diesem Prozess können unsere MitarbeiterInnen auch Proben für späterer Untersuchungen entnehmen. Zudem wird der Allgemeinzustand der Zellen täglich überprüft. Ein Prozess der selbstverständlich mit Hilfe eines Instruments erfolgt, das in keinem Biotech-Labor fehlen darf: unser Mikroskop.

04.03.2021

Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2020 und Ausblick 2021

Dynamic42 Team

2020 stand für uns im Zeichen des Wachstums. Wir schlossen eine Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich ab und vergrößerten unser Team.

Ein Highlight im letzten Jahr war der Beginn der Inhouse-Produktion unserer Biotech-Chips. Dadurch wurden wir unabhängiger von internationalen Lieferketten. Mit unseren Chips konnten wir direkt einen Großauftrag akquirieren.

Anwendung fanden die Chips zudem in, teils internationalen, Forschungsprojekten. Zum Beispiel entwickelten wir mit den Fraunhofer-Instituten für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) sowie für Zelltherapie und Immunologie (IZI) ein Covid-19-Infektionsmodell. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit schulten wir die Fraunhofer-Mitarbeiter im Erstellen und Analysieren von Lungenmodellen.

Projekte 2021

Neben Wachstumsbestreben und Prozessoptimierungen gilt unser Fokus in diesem Jahr der technischen Weiterentwicklung unserer Chipsysteme.

Zurzeit befinden wir uns im Antragsverfahren für die ISO-Zertifizierung nach 13485, einem Qualitätsstandard in der Medizintechnik. Mit dem Zertifikat können wir zukünftig Auftragsarbeiten unter höchsten Qualitätsstandards garantieren.

Des Weiteren stehen neue Forschungsprojekte in der personalisierten Medizin in den Startlöchern. Darunter fällt unter anderem die Rückprogrammierung einer Zelle von einem Spender in eine "pluripotente" Stammzelle. Aus dieser kann anschließend jeder Zelltyp differenziert werden. Für unsere Organmodelle bietet dieses Verfahren den Vorteil, dass alle genutzten Zellen ausschließlich von einem Spender stammen und somit einheitliche Eigenschaften aufweisen. Relevant ist dies bei Medikamententestungen. Zeigen die Zellen eines Patienten bereits Abstoßreaktionen auf ein Mittel, kann entsprechend reagiert und ggf. die Zusammensetzung verändert werden.

Außerdem bauen wir die D42-Akademie auf. Inhalte dieses Programms sind die umfangreiche Vorstellung unserer Chipsysteme, das Erlernen des allgemeinen Handlings mit den Chipsystemen sowie Schulungen zur Erstellung von Zell- und Organmodellen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie im nächsten Newsletter.

12.02.2021

Wir sind Partnerorganisation im europäischen interdisziplinären Trainingsnetzwerk für Organ-on-Chip-Technologie (EUROoC)!

Was bedeutet es, mit Organ-on-Chips zu arbeiten? Was ist 3R? Wo sind die Chancen und Vorteile für das Verständnis menschlicher zellulärer Mechanismen, der Modellierung menschlicher Krankheiten und des Screenings von Arzneimitteln?_

Das Gebiet der Organ-on-Chips (OoC) schreitet aufgrund seiner vielversprechenden Auswirkungen auf die Arzneimittelentwicklung und die personalisierte Behandlung von Krankheiten rasant voran. Vor diesem Hintergrund wurde mit der EUROoC das erste europäische Schulungsprogramm zu OoC gegründet. Teilnehmer aus verschiedenen Disziplinen, wie Biologie, Ingenieurwesen, Medizin, Physik, Chemie kommen hierbei zusammen. Das gemeinsame Ziel: Die Reduzierung von Tierversuchen. Das Universitätsklinikum Jena ist mit dem Doktoranden Aina Kehinde Oluwasegun und unseren Biotech-Chips vertreten.

Die EUROoC lädt Sie im englischsprachigen Clip Organ-on-Chip and the 3R: A virtual lab tour auf eine virtuelle Labortour ein. Hier bekommen Sie Einblicke in die europaweite OoC-Forschung.

Unsere Biochips werden in Minute drei und fünf vorgestellt.